Veranstaltungsdetails

Besuch der Gedenkstätte Ahlem

Diese Führung durch die Dauerausstellung und das Außengelände gibt einen Überblick über die Geschichte der Gartenbauschule Ahlem. 1893 gründete der jüdische Bankier Moritz Simon in Ahlem eine Ausbildungsstätte für jüdische Kinder und Jugendliche. Den Ausbildungsschwerpunkt bildete der Gartenbau, so dass aus der "Israelitischen Erziehungs-anstalt" schließlich die "Israelitische Gartenbauschule" hervorging. Moritz Simon beabsichtigte, jüdischen Kindern und Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, die den Juden über Jahrhunderte hinweg auf Grund diskriminierender Gesetzgebung verboten war. Seiner Auffassung nach sollten Juden in anerkannten Berufen tätig sein, um antisemitischen Vorurteilen entgegenwirken. Er wollte zeigen, dass Juden auch körperlich anstrengende und schmutzige Arbeit verrichten - wenn sie es denn dürfen! Nach 1933 förderte die Israelitische Gartenbauschule mit Billigung der Nazis die Auswanderung der deutschen Juden bis zum Verbot der Auswanderung im Oktober 1941. Nach diesem Verbot hatte die Gartenbauschule keinen Nutzen mehr für die Nazis, so dass sie im Juni 1942 geschlossen wurde. Aus dem Projekt des Aufbruchs und der Emanzipation wurde ein Ort der Verfolgung. Die Gartenbauschule in Ahlem war der zentrale Ausgangspunkt für die Deportation der Juden aus dem Zuständigkeitsbereich der Gestapo Hannover. Sieben der insgesamt acht Deportationen, die in Hannover stattgefunden haben, hatten hier ihren Ausgangspunkt. Vom Gelände der Schule sind 2.173 Juden deportiert worden, von denen nur 144 überlebten. Im Oktober 1943 wurde die Gestapo-Zentrale in Hannovers Innenstadt ausgebombt. Daraufhin zogen einige Abteilungen der Gestapo in das Direktorenhaus der Gartenbauschule. Die Gestapo nutzte die Kellerräume, um Zwangsarbeiter und politisch unerwünschte Personen zu inhaftieren und zu foltern. Unmittelbar vor Kriegsende eskalierte die Situation in Ahlem, als die Gestapo im März 1945 mindestens 59 Personen in der ehemaligen Laubhütte der Gartenbauschule hinrichtete und das Gebäude im April samt beweisträchtiger Akten vor den anrückenden Alliierten niederbrannte. Zuvor ermordete die Gestapo 154 Zwangsarbeiter auf dem Seelhorster Friedhof. Der Ort der früheren Gartenbauschule ist für immer mit insgesamt 2.866 bekannten Todesopfern verbunden. Das Abschlussgespräch findet im Café Jerusalem statt, das sich auf dem Gelände der Gedenkstätte Ahlem befindet. Hier können Sie gemeinsam bei Kaffee und Kuchen (auf eigene Kosten) den Besuch reflektieren. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der VHS Langenhagen, VHS Calenberger Land und der VHS Ostkreis Hannover in Kooperation mit der Gedenkstätte in Ahlem.

Nummer: J100.51
Kursleitung: Thomas Lippert
Termin: So, 31.03.2019
Gebühr: 0,00 €
Ermäßigtes Entgelt: 0,00 €
Veranstaltungsort: Der Veranstaltungsort wurde noch nicht festgelegt.
Unterrichtseinheiten: 4,00
Mindestteilnehmerzahl: 4
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