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W109-30 Langenhagen
Di, 13.1.26, – Der Weg zur Stadtmitte
I 18:30 - 20:00 Uhr Joachim Vogler
9,50 €
>vhs-Treffpunkt< Die Langenhagener Stadtmitte hat einen
schwierigen Weg hinter sich. Dabei sind
zwei Aspekte von entscheidender Bedeu-
tung. Zum einen änderte sich am Ende
des 20. Jahrhunderts das Erwerbsleben der
Bevölkerung von der bisher vorherrschenden Landwirtschaft hin zur Arbeit in Gewerbe- und
Industriebetrieben.
Andererseits handelte es sich bei der Gemeinde Langenhagen nur um den Bereich um die
Dorfkirche herum und straßenbegleitend die Walsro-
der Straße entlang bis zur Ortsgrenze Krähenwinkels.
Auf dem Gebiet der Kernstadt gab es um die Jahr-
hundertwende noch drei selbstständige Gemeinden;
Langenhagen, Brink und Langenforth, mit jeweils
eigener Entscheidungskompetenz. Es sollte von da
ab noch fast vierzig Jahre dauern, bis mit dem Zu-
sammenschluss der drei Dörfer die „Landgemeinde
Langenhagen“ entstand.
Der oben dargestellte Beschäftigungswandel und der
Zuzug auswärtiger Arbeitskräfte mit ihren Familien
veranlasste einen enormen Siedlungsdruck. Durch
bauliche Verdichtung entlang der Walsroder Straße
konnte der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen allein
nicht aufgefangen werden. Allein aus dieser Not
heraus, unorganisch und unkontrolliert am Ortsrand
zu zerfasern, musste ein Planungskonzept her. In der
Gemeindeausschusssitzung am 23. Mai 1899 be-
schloß die Gemeinde Langenhagen die Aufstellung
eines Fluchtlinienplanes, den heutigen Bebauungs-
plänen ähnlich. Mit diesem Beschluss begannen erste
Planungsansätze für einen Mittelpunkt der Gemeinde, allerdings ohne die Beteiligung von
Brink und Langenforth.
Von hier ab beginnen viele Überlegungen für Langenhagen allein, nach dem Gebietszu-
sammenschluss 1938 mit den genannten Gemeinden gemeinsam. Geplant, undurchführbar,
verworfen und die Suche nach einer zentralen Mitte beginnt von neuem.
Joachim Vogler ist aktives GLieM-Mitglied und ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv.
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