Page 28 - 25-02_Heft-neu
P. 28

W109-30   Langenhagen
                 Di, 13.1.26,   – Der Weg zur Stadtmitte
        I   18:30 - 20:00 Uhr  Joachim Vogler
                     9,50 €
             >vhs-Treffpunkt<  Die Langenhagener Stadtmitte hat einen
                             schwierigen Weg hinter sich. Dabei sind
                             zwei Aspekte von entscheidender Bedeu-
                             tung. Zum einen änderte sich am Ende
                             des 20. Jahrhunderts das Erwerbsleben der
                             Bevölkerung von der bisher vorherrschenden Landwirtschaft hin zur Arbeit in Gewerbe- und
                             Industriebetrieben.
                             Andererseits handelte es sich bei der Gemeinde Langenhagen nur um den Bereich um die
                                                                Dorfkirche herum und straßenbegleitend die Walsro-
                                                                der Straße entlang bis zur Ortsgrenze Krähenwinkels.
                                                                Auf dem Gebiet der Kernstadt gab es um die Jahr-
                                                                hundertwende noch drei selbstständige Gemeinden;
                                                                Langenhagen, Brink und Langenforth, mit jeweils
                                                                eigener Entscheidungskompetenz. Es sollte von da
                                                                ab noch fast vierzig Jahre dauern, bis mit dem Zu-
                                                                sammenschluss der drei Dörfer die „Landgemeinde
                                                                Langenhagen“ entstand.
                                                                Der oben dargestellte Beschäftigungswandel und der
                                                                Zuzug auswärtiger Arbeitskräfte mit ihren Familien
                                                                veranlasste einen enormen Siedlungsdruck. Durch
                                                                bauliche Verdichtung entlang der Walsroder Straße
                                                                konnte der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen allein
                                                                nicht aufgefangen werden. Allein aus dieser Not
                                                                heraus, unorganisch und unkontrolliert am Ortsrand
                                                                zu zerfasern, musste ein Planungskonzept her. In der
                                                                Gemeindeausschusssitzung am 23. Mai 1899 be-
                                                                schloß die Gemeinde Langenhagen die Aufstellung
                                                                eines Fluchtlinienplanes, den heutigen Bebauungs-
                                                                plänen ähnlich. Mit diesem Beschluss begannen erste
                             Planungsansätze für einen Mittelpunkt der Gemeinde, allerdings ohne die Beteiligung von
                             Brink und Langenforth.
                             Von hier ab beginnen viele Überlegungen für Langenhagen allein, nach dem Gebietszu-
                             sammenschluss 1938 mit den genannten Gemeinden gemeinsam. Geplant, undurchführbar,
                             verworfen und die Suche nach einer zentralen Mitte beginnt von neuem.
                             Joachim Vogler ist aktives GLieM-Mitglied und ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv.


      26
   23   24   25   26   27   28   29   30   31   32   33